Sonntag, 25. Januar 2009

25.01.2009: Eine kleine Tour durchs Sonnensystem


Hartwig Lüthen nutzte die Anbindung Handelohs an den HVV (45 Minuten ab Hamburg-Hbf), um mit "Öffis" die Außensternwarte zu besuchen. Mit dabei hatte er ein paar Okulare, eine DSLR und eine DMK-Kamera. Vom Bahnhof sind es dann lockere 20 Minuten zu Fuß, und schon konnte die Beobachtung beginnen. Da die Beobachtung kurz vorher in Astrotreff und der GvA-Yahoogroup angekündigt worden war, stieß Christian aus Ahrensburg noch spontan dazu. Er machte seinen Dobson klar und genoss den dunklen Himmel.
Zunächst wurde die Venus mit einem UV-Filter mit der DMK abgelichtet. Leider war das Seeing sehr schlimm. Immerhin ließen sich ein paar Wolkenstrukturen herausarbeiten:

 Das Fernrohr lässt sich auch vom mitgebrachten Laptop von Guide aus steuern, was das Einstellen schwacher Kometen sehr erleichterte
144P/Koshida, 5 Bilder a 3 Minuten, Skywatcher 10cm f/9, 350D

Komet C/2006 OF2 (Broughton) 4 Bilder a 3 Minuten, Skywatcher 10cm f/9, 350D

Gegen Ende der Aktion beobachteten Christian und ich noch eine Handvoll Messierobjekte, und gegen Mitternacht waren wir wieder in Hamburg!


Samstag, 24. Januar 2009

24.01.2009: Spione aus Kiel!

Regelmäßig gibt es in der Außensternwarte auch Workshops, die auch auf der Homepage und im Sternkieker angekündigt werden. Die Freunde von der Kieler Ortsgruppe nutzten einen Workshop-Termin zu einem Besuch. Leider war es bedeckt. Rainer Anton schreibt zu seinen Eindrücken:





"Hallo, an die daheim Gebliebenen,
gestern haben also vier Kieler (A. O., K. St., H.v.B., R.A.) den Gegenbesuch bei der Außensternwarte der GVA-Hamburg gemacht. Wir wurden  sehr feundlich empfangen und uns wurde die Sternwarte und der Betrieb  ausführlich erklärt. Das Teleskop befindet sich in einem Container mit  Rolldach. Daneben gibt es einen kleinen heizbaren Raum zum Aufwärmen  zwischendurch. Außen gibt es genügend Platz zum Aufstellen eigener  mitgebrachter Instrumente. Auch die Kieler sind dort willkommen! Wir  konnten zwar nicht beobachten, da es bewölkt war und auch ein wenig  nieselte, aber es gab eine Laptop-Schau mit vielen eindrucksvollen  Bildern, u.a. vom alten Standort und vom Aufbau der Sternwarte am jetzigen  Standort, und von Himmelsobjekten, die dort entstanden sind.  Schließlich kehrten wir in den örtlichen Gasthof ein zum Abendessen und  gemütlichen Klönschnack.  Gegen halb zehn brachen wir dann auf, um zurück nach Kiel zu fahren.  Das war ein netter Abend, und nochmals herzlichen Dank an die Hamburger,  und an den Fahrer!


 Grüße, Rainer"
   

Montag, 5. Januar 2009

05.01.2009: Fotografie mit dem Hauptgerät

Konni und Hartwig fuhren am 5.1.2009 mal wieder nach Handeloh. Dieses Mal hatte Konni seine ST-10 im Gepäck, um im Fokus des Hauptrohrs ein paar nachgeführte Aufnahmen mit einer "richtigen CCD" zu machen. Hartwig testete das Gerät am Mond (Bilder folgen). Die Mondbeleuchtung erlaubte es uns zudem, ein paar Aufnahmen der beleuchteten Heidelandschaft zu machen:


Der Blick nach Süden ist besonders interessant, da es immer mal wieder zu Zweifeln an der Horizontsicht in Handeloh kommt. Im Südosten haben wir tatsächlich ein paar Bäume, aber in der Südrichtung sieht es so aus:



Markiert ist die Südrichtung und ein Stern (Kappa CMa, -32,75 Grad Deklination). Und man muss bedenken, dass die Heidefläche vor uns nicht zuwachsen wird, weil sie durch Entkussel-Aktionen erhalten wird.

So, und nun zu Konnis Bildern. Es gab ein paar Probleme mit dem Autoguiding, aber hier sind mal zwei LRGB-Aufnahmen:

M82, ST10 am 14-Zoll Newton, f=2116mm. ... und hier noch ein Blick auf den Eskimonebel: 


Freitag, 2. Januar 2009

02.01.2009:Neujahrsbeobachtung

In der ersten klaren Nacht des neuen Jahres fanden sich wieder ca. 10 Leute an der Außensternwarte ein. Zwei 8-Zoll-Dobsons waren aufgebaut, und an Karstens 8-Zoll LX hatte seine DMK-Kamera ihr First Light. Star der Bühne war natürlich Caros leichter 16-Zoll-Reisedobson.Dieses Gerät hat nur 50X50X35cm Packmaß und wiegt 17kg inklusive Hauptspiegel. Caro hatte es in wenigen Minuten zusammengebaut. Hier die Eindrücke der stolzen Besitzerin:

Nach einem chaotischen Mailwechsel und mehreren Telefonaten war dann über Wolfgang Moldenhauer auch die Mitfahrgelegenheit nach Handeloh und zurück für mich und die 50x50x35 Kiste mit dem Dobs gesichert. Gegen 19 Uhr waren wir eingetrudelt, die Sonne schon lange untergegangen aber die dicke Himmelslaterne noch hoch über dem Horizont. Den Dobs aufzubauen ist auch in der Dunkelheit kein großes Problem, beim Zusammenpacken hatte ich festgestellt, daß in meiner Rotlichttaschenlampe die Batterie ausgelaufen war, eindeutiges Zeichen zu geringer Nutzung! Dankenswerterweise half mir wolfgnag mit seiner Kopflampe aus. Mit dem Justieren wenn man nicht gleichzeitig schauen und schrauben kann, tue ich mich immernoch etwas schwer, mit Hartwigs Hilfe war das ganze dann aber schnell erledigt.
Nachdem der vorher irgendwie etwas fallsüchtige Quikfinder dann auch endlich richtig eingerastet war, ging es los. Erstmal Orionnebel, in Farbe und bunt, mit Running Man, herrliche Strukturen. Da konnte man sich lange dran sattsehen. Sternhaufen im Fuhrmann und den Zwilllingen, dann der Krebsnebel. Da wollen so langsam die ersten Filamente sichtbar werden und dem kleinen Matschfleck Struktur verpassen. Karstens O III Filter hilft dabei. Auch sein Kuhauge, das 31er Nagler, habe ich mir das eine oder andere Mal ausgeborgt. Große AP an f/4.2, aber die beim Schwenken am Himmel deutlich sichtbare Verzeichnung störte doch ein wenig. Da ist mir mit meinem eigenen 22er doch wohler.
Von Hartwig bekam ich dann auch den ultimativen Tip, um das leichte Übergewicht des Huts bei den schweren Naglern zu kompensieren: Muffen, wie sie beim Versuchsaufbau in Physik, Chemie und Biologie benutzt werden, als verschiebbares Gegengewicht an den Stangen verwenden. Werde ich demnächst unbedingt mal ausprobieren, wahrscheinlich muß ich mir da noch was einfallen lassen, damit die Klemmung die Stangen nicht eindrückt.
Irgendwann stieß ein Pärchen aus der Umgebung zu uns, das wohl über den Astrotreff auf die Handeloher Station aufmerksam gemacht wurde. Wir zeigten fleißig was unsere Skopes so hergeben können und erklärten, was man denn da überhaupt sieht. Neben meinem 16er Platzhirsch waren ja auch noch zwei 8"-Dobsons und Karstens ACF vor der Hütte aufgebaut. Drinnen hatten Hartwig und Wolfgang ihre Optiken auf den großen Newton aufgesattelt um ein paar Bilder zu schießen.



Hartwig hatte seine Russentonne dabei, Wolfgang seinen neuen kleinen Apo mit Flattener.

Der Winter zeigte sich in seiner ganzen Pracht, bis auf -11° ging das Thermometer runter. Dazu relativ hohe Luftfeuchigkeit, die dafür sorgte, daß bald sämtliche Teleskope mit feinen Eisblumen überzogen waren. Irgendwann vereisten dann auch die Frontlinsen unserer Okulare, gut daß wir sie per Fön wieder freimachen konnten. Wir selber wärmten uns auch immer mal wieder an der Heizung im Container und mit mitgebrachten warmen Getränken auf.
Nach einigen Blicken in in Richtung Cepheus und Cassiopeia machte ich mich noch an die Staubbänder in M31. Hier konnte der 16er seine große Öffnung hervorragend ausspielen. Der Mond stand nun am Horizont und machte sich auf nicht mehr stören zu wollen, doch die Eiseskälte war den meisten schon in die Knochen gezogen (ich hätte bestimmt noch eine Stunde weitergemacht), aber da hieß es auch Rücksicht auf meinen Chauffeur nehmen. Außerdem hatte ich gerade auch das erste Mal dem Fangspiegel mit dem Fön zuleibe rücken müssen. Da werde ich mir wohl demnächst Gedanken über eine Fangspiegelheizung machen. Jedenfalls hieß es die vereisten Okulare abzutauen und das Teleskop abzubauen. Zuhause alles wieder ausgepackt, denn die Eisschicht ist natürlich noch auf Rockerbox und Stangen und will abtauen und verdunsten.
Caro